Tag 7: 71° 10′ 21″

Ein frohes neues Jahr! Happy new Year! Godt nytt år!

Pünktlich zum Start vom Jahr 2020 ist unser Ziel in greifbarer Nähe. Unser Ziel ist es noch heute das Nordkapp zu erreichen. Das Wetter spielt voraussichtlich mit und es scheint keine grosse Hürde mehr zu geben. Um 6 Uhr morgens sind wir bereits wach und startklar und es sind nicht nur wir wach… Partygäste, welche sich auf Ihren Heimweg machen, torkeln noch durch die Gegend. Einige davon fragen, ob wir sie mitnehmen, dass sie nicht durch die kälte gehen müssen. Da aber unser Auto bis oben hin mit Gepäck vollgepackt ist, haben wir keinen Platz, um jemanden mitzunehmen. Die Strassen sind gefroren aber wir haben trotzdem guten Halt und kommen gut vorwärts. Wir sehen schön wie sich die Landschaft langsam aus der völligen Dunkelheit beginnt zu zeigen, sobald die Sonne am Horizont leicht zu sehen ist. Es ist einfach wunderschön und eindrücklich was die Natur uns alles zu bieten hat.

Da die Ladestation in Skaidi mit einem Vorhängeschloss versperrt ist, müssen wir weiter fahren nach Olderfjord. Dort hat es einen Tesla Destination Charger, welcher für alle Fahrzeuge offen ist. Da treffen wir auch auf Team 1, 2 und 4. Vollgeladen fahren wir weiter in Richtung Honningsvåg. Die gesamte Strecke fahren wir einem prächtigem Fjord entlang, der von dem leichten Licht der Restsonne angeleuchtet wird. Mehrere kurze Tunnel sind auf unserem Weg. Speziell an den Tunneln ist, sie haben am Ein- und Ausgang immer ein Tor welche abwechselnd auf und zu gehen. Vermutlich um zu verhindern, dass kein Schnee vom Wind hinein geblasen wird und Schneeberge bildet, die andauernd weggeräumt werden müssen. Ein Tunnel hat ein sehr steiles Gefäll (9%) runter bis auf 273 Meter unter Meer und auf der anderen Seite wieder sehr steil (10% Steigung) bergauf.

Kurz vor Honningsvåg entscheiden wir uns, direkt weiter in Richtung Nordkapp zu fahren. Unsere Reichweite ist ausreichend für die zusätzlichen 60km. Die Landschaft auf dem Weg zum Nordkapp ist atemberaubend schön. Obwohl es nur Stein und Schnee hat, ist die Atmosphäre sehr speziell. 13km vor dem Nordkapp ist die Schranke zu und wir müssen warten bis 12:00 Uhr, um im Konvoi hoch zu fahren, der von einem grossen Schneepflug angeführt wird. Zusammen mit etwa 5 Reisebussen von den Hurtigruten Schiffen und etwa 20 Autos machen wir uns auf den Weg zum Nordkapp. Mit unserem JAC e-S2 müssen wir genau darauf achten, das wir immer genügend Halt haben und die Reifen sich nicht durchdrehen. Vor allem geht es doch noch ziemlich hoch und runter.

Aber jetzt…Endlich! Das Nordkapp ist in Sicht. Zuerst kommt noch das Kassenhäuschen für den Eintritt. Es geht ein bisschen, bis wir an der Reihe sind. Der junge Herr am Schalter fragt uns freundlich, ob das denn ein Elektroauto ist. Wir sagen verdattert ja, denn bei unserem Auto merkt man das eigentlich nicht wirklich. Wahrscheinlich hat er den Kleber der Batterie mit dem Stecker auf unserem Auto gesehen und deshalb gefragt. Aber das ist noch nicht alles! Er gibt uns den Eintritt gratis, weil elektrisch anscheinend „for free“ ist. Mega cool, denn so haben wir umgerechnet 30 Euro pro Person gespart.

Wir parken unser Auto und gehen ins Touristencenter. Dieses ist bereits überfüllt mit Touristen aus aller Welt. Nach einem kurzem Aufwärmen gehen wir runter zu der berühmten Globus Statue. Stolz machen wir Erinnerungsfotos, dass wir jedem beweisen können: „Jap, wir waren dort oben“. Wir haben es geschafft!. Das Wetter ist super und wir haben eine geniale Aussicht auf den dunkelblauen Atlantik (man kann an der Farbe sehen, wie kalt das Wasser sein muss). Es ist ein komisches Gefühl auf das Meer hinaus zu schauen und zu wissen, dass sich in diese Richtung kein bewohntes Land befindet. Es fühlt sich an, wie am Ende der Welt. Nur vereinzelte Schiffe sind zu sehen. Wir entscheiden uns im Shop ein Souvenir als Erinnerung zu kaufen. Kurz bevor der Konvoi um 13:45 Uhr wieder runter fährt, dürfen wir unsere Autos noch vor dem Globus aufstellen, um Fotos zu machen. Es sieht sensationell aus!

Dann heisst es wieder aufreihen und zusammen mit dem Konvoi wieder zurück zu fahren. Inzwischen ist es wieder stockfinster und die Strasse wird rutschig. Mit genügend Abstand zu unserem Vorgänger fahren wir dem Schneepflug hinter her. Unten angekommen fahren wir direkt weiter ins Hotel „Scandic“. Dort können wir wieder über Schukostecker das Auto laden. Wir beziehen das Zimmer und gönnen uns eine warme Dusche. In der Gruppe einigen wir uns um 17:00 Uhr uns für das Essen zu treffen. Peer gibt uns via Chat Bescheid, was wir essen können und gibt uns die Möglichkeit zwischen diesen drei Menüs aus zu suchen. Folgende Auswahl haben wir: Lachs, Rentierfleisch und einen Burger.
Um Punkt 17:00 Uhr sitzen wir alle im Speisesaal und warten darauf, dass wir bedient werden. Leider funktioniert nicht alles so, wie Peer es vorbestellt hat. Keiner weiss, dass wir unsere Menüs bereits ausgesucht haben und eigentlich nur noch wegen den Getränken fragen müssen. Es geht eine viertel Stunde, bis alles geklärt ist und unsere Menüs bestellt sind.
Irgendwann kommt dann unser Essen… Ich habe einen Burger und Remo hat den Lachs. Das ist ja ein kleines Portiönchen. Kommt uns bekannt vor oder? Genau, bereits in Hamburg bekommen wir kleine Speisen. Na ja. Wir probieren und… Das Burgerbrötchen ist einfach KALT??? Meines ist nicht das Einzige, das kalt ist. Aber egal…
Nach dem Abendessen haben wir noch eine lustige Runde und gehen dann gehen wir ins Bett. Wir freuen uns, dass wie morgen einen freien Tag haben.

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