Tag 3: Verschlafen

Es ist mitten in der Nacht und Remo und ich schlafen endlich nach unserer späten Ankunft im Hotel President. Plötzlich klickt unser Türschloss und ich wache auf. Völlig verwirrt wecke ich Remo und frage, ob er das auch gehört hat. Irgendwie panisch rufe ich in den Vorraum: „Hallo? Wer ist da?“ Ich denke mir nur, wir werden jetzt ausgeraubt oder so ähnlich. Noch fast im Halbschlaf höre ich, wie Peer zu uns sagt: „Alles in Ordnung. Ich muss nur euren Autoschlüssel haben, dass wir euer Auto laden gehen können.“ Die Anderen gehen für uns das Auto laden, weil wir in der Nacht so müde waren (es hat keine CCS Ladestation in der Nähe vom Hotel), dass wir beschlossen haben es am Morgen nach dem Aufstehen zu laden. Deshalb haben Peer und Jann dann gesagt, sie machen es für uns. Also erklärt Remo Peer kurz aus dem Bett heraus, wo sein Autoschlüssel ist und schläft direkt weiter. Peer geht wieder aus dem Zimmer und ich schlafe kurz darauf auch wieder ein.
Um halb acht klingelt das Zimmertelefon und ich werde aus dem Schlaf gerissen…schon wieder. Ich nehme das Telefon ab und am anderen Ende der Leitung ist Alfred (Team 3). Er erklärt mir, dass sie unser Auto zum Hotel zurück gebracht haben und er uns jetzt ein Lunchpaket zum mitnehmen macht. Leider haben Remo und ich verschlafen und um sechs Uhr unseren gestellten Wecker nicht gehört, deshalb weckt Alfred uns. Wir machen ab, dass Remo und ich uns anziehen, abfahrbereit machen und anschliessend in den Frühstücksraum kommen. Nach einem kurzen Kaffee und einem kleinen Croissant fahren wir um 08:50 Uhr los. Bis zur nächsten Ladestation kurz nach Stockholm fahren wir dem Team 3 hinterher. Die Fahrt dorthin verläuft ziemlich gut und wir kommen mit zirka 22% Akku an der Station an. Dort lassen sie uns dann alleine und fahren weiter. Nach einer Stunde laden und wieder heizen, fahren wir wieder. Eigentlich gibt es noch eine Challenge zum mitmachen, die lassen wir allerdings aus, da uns es mit der Zeit einfach nicht reicht. Während unserer Fahrt geschieht nicht wirklich was Interessantes. Deshalb springen wir in der Zeit mal ein paar Stunden vor.

An einer Ladestation mitten im Nirgendwo, treffen wir auf unser Team 1 (Jaguar I-Pace). Sie sitzen in der Tankstelle, bei der die Ladestation steht, und essen und trinken an einem hohen Tisch auf Barhockern im Essbereich des Tankstellenshops. Weil sie noch am Laden sind, schauen wir, dass wir uns eine Zwischenverpflegung besorgen. Wir beide essen ein Sandwich und ich habe noch Kekse für unterwegs und eine Süssigkeit gekauft, die anscheinend ziemlich beliebt ist in Schweden (im Nachhinein nur Geldverschwendung, weil es einfach nur Lakritze mit diversen Geschmäckern ist). In der Zwischenzeit kommt ein Paar zu uns an den Tisch und fragt, ob die Elektroautos draussen von uns sind. Wir sagen ja und sie fragen uns, wie lange wir denn noch laden müssen. Dominique (Team 1) und Remo erklären ihnen, dass zwei Autos laden müssen und es noch ein bisschen länger gehen könnte. Team 1 will jetzt dann aber sowieso weiter, also bespricht Remo in Englisch mit dem Paar, dass wir dringend laden müssen am Schnelllader.

Sie entdecken die vielen Aufkleber auf unseren Fahrzeugen und fragen uns, was es damit auf sich hat. Remo erzählt Ihnen, dass wir auf dem Weg ans Nordkapp sind. Obwohl sie selbst einen Nissan Leaf der 2. Generation fahren, sind sie ziemlich erstaunt, dass man eine so weite Distanz in so kurzer Zeit mit einem Elektroauto hinter sich bringen kann.
Mit vollem Akku fahren wir weiter in Richtung Hotel. Bei einer Audi Garage nutzen wir die Zeit, während wir gratis am laden sind, den Tagesplan vom nächsten Tag anzuschauen. Da fällt uns auf, wenn wir mit den anderen Fahrzeugen mithalten wollen, ist es sinnvoll wenn wir auf die wenigen stunden im Hotel verzichten und in Ruhe weiter fahren. Wir können ja im Auto schlafen an der Ladestation. Unser Beschluss steht also:
Nacht durchfahren nach Umeå weiter nach Rovaniemi in Finnland.

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